Auf dem Teller
24.08.2026
Wir sind, was wir essen – und wie wir essen. Das aktualisierte Themendossier «Ernährung: Die Welt auf unserem Teller» macht deutlich, warum auf unseren Tellern weit mehr als nur Kalorien liegen, und bietet Impulse, wie das Thema im Unterricht und in der Schulentwicklung aufgegriffen werden kann.
«Der Mensch ist, was er isst», schrieb der Philosoph Ludwig Feuerbach vor über 170 Jahren. Heute lässt sich der Satz weiterdenken: Was wir essen, beeinflusst nicht nur unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Jede Mahlzeit ist Teil eines komplexen Systems, in dem ökologische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Fragen zusammenkommen. Was auf unserem Teller liegt, wirkt sich auf Böden, Wasser und Klima aus, steht mit Produktionsbedingungen und globalen Lieferketten in Verbindung und erzählt zugleich etwas über unsere Gewohnheiten, Werte und kulturelle Zugehörigkeit.
Thema nah am Alltag
Gerade deshalb eignet sich Ernährung besonders gut als lebensnahes Thema für Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Schülerinnen und Schüler können an ihrem eigenen Alltag anknüpfen und gleichzeitig globale Zusammenhänge untersuchen: Woher kommen unsere Lebensmittel? Unter welchen Bedingungen werden sie produziert? Welche Folgen haben unsere Ernährungsgewohnheiten für Mensch, Tier und Umwelt? Und welche Handlungsmöglichkeiten gibt es in der Schule oder beim gemeinsamen Mittagessen?
Das aktualisierte Themendossier «Ernährung: Die Welt auf unserem Teller» zeigt, wie sich diese Fragen im Unterricht und in der ganzen Schule aufgreifen und erforschen lassen. Es macht deutlich, warum auf unserem Teller weit mehr als Kalorien liegen, und bietet Hintergrundwissen, konkrete Unterrichtsimpulse sowie ausgewählte Lernmedien, Filme, Praxisbeispiele und Bildungsangebote für alle Schulstufen.
Wer kennt sie nicht: die Schweizer Lebensmittelpyramide als Orientierungspunkt
Einen wichtigen Orientierungspunkt bildet die 2024 überarbeitete Schweizer Lebensmittelpyramide. Die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) berücksichtigen neben einer ausgewogenen Ernährung neu auch Umweltaspekte. Damit rückt stärker ins Bewusstsein, dass nicht nur zählt, was auf dem Teller liegt, sondern auch, wie Lebensmittel produziert, verarbeitet und transportiert werden. Das Themendossier geht noch einen Schritt weiter: Es thematisiert auch soziale Fragen – etwa den Zugang zu gesunder Ernährung, Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten oder Essen als Ausdruck von Identität und kultureller Zugehörigkeit.
Der Weg einer Banane, die Produktion von Käse, Food Waste
Für den Unterricht bietet das Thema Ernährung damit zahlreiche Ansatzpunkte. Lernende können den Weg eines Lebensmittels zurückverfolgen, die Umweltbelastung verschiedener Produkte vergleichen, Food Waste analysieren oder darüber diskutieren, wie gesundes, nachhaltiges und zugleich bezahlbares Essen zubereitet werden kann. Dabei gibt es selten nur eine richtige Antwort. Vielmehr lernen Schülerinnen und Schüler, Zusammenhänge zu erkennen, unterschiedliche Perspektiven abzuwägen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ob gesund, klimafreundlich, fair oder genussvoll: Das aktualisierte Themendossier lädt dazu ein, Ernährung nicht auf Nährwerte zu reduzieren, sondern den Blick über den Tellerrand hinaus zu richten.
