de | fr
Exempel | Beispiel für die Primarschule
1. Thema – bestimmen, analysieren und strukturieren

Begriffe sammeln

Ich, eine fiktive Lehrperson, unterrichte eine 4. Klasse in der Stadt Bern und orientiere mich am Berner Lehrplan für die Volksschule. Als erstes bearbeite ich das gewählte Thema, nämlich «Lebensraum Stadt», mit Hilfe der folgenden Fragen:

1. Was kommt mir persönlich zum Thema «Lebensraum Stadt» in den Sinn?

Da ich selber in einer Stadt wohne und unterrichte, verstehe ich darunter in erster Linie meinen alltäglichen Lebensraum, mein Umfeld: Wohnen, Einkaufen, Arbeiten, kulturelle Angebote… und damit auch die Vorteile, die ein Leben in der Stadt bietet. Nachteile oder Bedrohungen orte ich hauptsächlich in den Bereichen Verkehr, Lärm, Hektik an. Durch zahlreiche Reisen in andere Länder und Städte habe ich auch einige Eindrücke und Vorstellungen vom Leben anderswo erhalten.

Mein Brainstorming:  

viele Häuser/Gebäude
Läden
Verkehr/Abgase
Taxi
Polizei
Eiffelturm
Vielfalt
auf dem Markt einkaufen
verschiedene Stadtteile
Stadt – Land
historische Bedeutung
Ausgehmöglichkeiten
Arbeit
Mexico-Stadt
Slum
Städtereisen
Städte in Afrika?
Kinderleben in der Stadt   
........  

2. Was steht im Berner Lehrplan zum Thema «Lebensraum Stadt»?

Im Fachbereich «Natur – Mensch – Mitwelt» gibt es verschiedene Anknüpfungspunkte. Ich wähle diejenigen aus, welche sich besonders eignen, um globale Verbindungen aufzuzeigen (blaue Schrift):

  • Ich selber sein – Leben in Gemeinschaft: Sich wichtige persönliche Ereignisse und Erfahrungen bewusst machen und diese mit Erfahrungen anderer Menschen vergleichen. Menschen begegnen, die besondere Herausforderungen erleben.
  • Geschichten – Traditionen – Bräuche: Spuren unserer Kultur begegnen und Eigenheiten unserer Kultur verstehen lernen. Bezüge zu anderen Kulturen erkennen. Bräuchen, Geschichten und Lebensformen in anderen Religionen und Kulturen offen begegnen. Spuren anderer Kulturen in unserem Umfeld entdecken.
  • In meinem Lebensraum: Den eigenen Wohnort erkunden; Veränderungen wahrnehmen. Sich am eigenen Wohnort und in der näheren Umgebung orientieren. Verbindungen und Beziehungen zwischen verschiedenen Orten in der eigenen Wohnregion erkennen. Wohnorte und Lebensformen vergleichen (Kinderalltag bei uns und in andern Ländern, Wohnen, Ernähren, Arbeiten, Freizeit, Spiel; Stadt – Land; Wohnort – Ferienort; Schweiz – andere Länder).

3. Was habe ich zu diesem Thema bereits mit meinen Schülerinnen und Schülern bearbeitet?

Das Schulhaus befindet sich in einem mittelständischen Quartier mit vielen Familien (vereinzelt mit Migrationshintergrund). Die Klasse hat sich bereits mit dem Thema mein Zuhause (wo und wie wohnen wir) und mit der Erkundung des eigenen Stadtteils befasst (Lieblingsplätze, Läden, Spielplätze, Strassen…). Zudem haben wir in der Stadt nach Spuren der Vergangenheit geforscht (Brunnen, alte Häuser, Strassennamen…) und gleichzeitig Spuren aus aller Welt gefunden (Restaurants, Namensschilder, Sprachen, Kleidung…).

4. Was wissen Schülerinnen und Schüler zu diesem Thema aus ihrem Alltag?

Die Schülerinnen und Schüler sollen zu zweit zu dem Stichworte sammeln, was ihnen zum Thema einfällt und erstellen selber Wissensnetze. Diese dienen einerseits mir als Ergänzung für mein eigenes Wissensnetz, andererseits der Klasse als Arbeitsinstrument für neue Erkenntnisse (laufende Ergänzung).

  • Mit folgenden Materialien erweitere ich mein eigenes Wissen:

    • Adamina, Marco und Wyssen, Hans-Peter (2005): RaumZeit, Hinweise für Lehrpersonen. Schulverlag blmv, Bern. 
    • Bendiksen, Jonas (2008): So leben wir Menschen am Rande der Megacities. Knesebeck, München. 
    • Filme für eine Welt und Alliance Sud (Hg.) (2009): Kinder dieser Welt erzählen. Im Fokus: Kinderrechte. DVD mit 7 Filmen, mit Begleitmaterial und Arbeitsblättern, Bern.
    • Filme für eine Welt und Alliance Sud, EZEF, Baobab (Hg.) (2002): Kinderwelt – Weltkinder. DVD mit 8 Kurzfilmen, CD-ROM mit didaktischem Begleitmaterial. Bern.
    • UNFPA (Hg.) (2011): Sieben Milliarden Menschen und Möglichkeiten. Weltbevölkerungsbericht 2011.
    • Von Kessel, Carola (2003): Kinder dieser Welt. Kinderrechte weltweit. Dorling Kindersley, München.
    • Wenker, Marie-Claude (2001): So leben sie. Familien aus 16 Ländern zeigen, wie sie wohnen. 16 Fotos A3, mit Begleitheft. Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke (Hg.), blmv, Bern.

Wissensnetz erstellen und erweitern

Unter Einbezug der oben gesammelten Begriffe und Informationen erstelle ich ein Wissensnetz ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Stichworte  sowie die Themenbereiche (siehe Wegleitung 1. Thema) dienen mir als zusätzliche Ergänzung.

Wissensnetz strukturieren

Nun markiere und benenne ich einen spezifischen Inhalt für den Unterricht. Ich wähle «Kinderalltag in der Stadt – hier und anderswo» (Bewohner/innen-Kinder-Wohnen-Alltag-Schule-Kinderrechte-andere Länder). Durch die «globale» Spurensuche in der Stadt wurde die Neugierde für andere Länder und deren Bewohner/innen geweckt. Zudem hat sich schon beim Vorstellen des eigenen Zuhauses eine grosse Vielfalt gezeigt, die nun mit anderen Lebensverhältnissen verglichen werden kann.  

Exemplarische Anwendung der Wegleitung für die Primarstufe

Links zu den verschiedenen Kapiteln:

Zeichenerklärung

» | verweist auf Hintergrundinformationen, Beispiele oder Illustrationen

   verweist auf Anleitungsschritte

Glossar
» | Glossar
Downloads als PDF

Einzelne Kapitel:

Powerpoint
Hier finden Sie eine Powerpoint-Präsentation zur Veranschaulichung
Impressum
Mail senden
Lesezeichen setzen
Drucken