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Exempel | Beispiel für die Primarschule
2. Inhalte – mehrperspektivisch angehen und präzisieren
Ich bearbeite den gewählten Inhalt entlang der folgenden Schlüsselfragen und entscheide mich, Fragen zu stereotypen Bildern, zu Menschen- und Kinderrechten und zum Bezug zur Lebenswelt der Lernenden im Unterricht unter die Lupe zu nehmen.

    Schlüsselfragen  
  Lebensraum Stadt
 
Stereotype Bilder:

Wie können stereotype Bilder differenziert werden?
  Nur in westlichen Ländern gibt es moderne Städte (Kinder in afrikanischen Ländern leben in Dörfern).
Bei uns in der Stadt geht es allen gut (Einkommen, Wohnung, Arbeit), hier gibt es keine armen Leute.

Kinder in der Stadt haben keinen Bezug zur Natur (Milch kommt aus der Migros).
In der Stadt schaut jeder nur für sich (Anonymität).
  1
Akteure und Interessen:

Welche Akteure und Interessen kommen vor?
  Familie: Arbeit, Wohnen, kulturelle Angebote, verkehrsberuhigte Strassen, Lebensqualität
Kinder: Spielplätze, Freunde, Entdecken, keine Autos
Politiker: wirtschaftliche Entwicklung, Stabilität…
Polizei: Ruhe, Ordnung, Sicherheit
Alte Leute: Ruhe, altersgerechte Einrichtungen
Migrant/innen: Arbeit, Wohnung
  2
Soziale Gerechtigkeit / Verteilung von Gütern:

Wie stellt sich die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit?
  Unterschiede reich/arm (Einkommen)
gleiche Rechte und Pflichten für alle Bewohner/innen der Stadt (Benutzung öffentlicher Einrichtungen, Plätze, Gesundheitsversorgung, Sicherheit, politische Partizipation)
soziale und/oder kulturelle Herkunft beeinflusst Wohnort/-form in der Stadt (Zentrum, Agglo, Block, kleines Mehrfamilienhaus mit Garten…)
Ghettoisierung/ethnisch homogene Siedlungen → Integration?
Chancengleichheit (Bildung, Beruf)
  3
Menschen- und Kinderrechte:

Welche Bezüge lassen sich zu den Menschen- und Kinderrechten herstellen?
  Nicht in jeder Stadt auf der Welt können alle Kinder zur Schule gehen (Sans Papiers, Armut, Kinderarbeit, Recht auf Bildung).
In manchen Städten haben nicht alle Kinder eine Wohnung (Recht auf ein Zuhause).
Politische Mitsprache ist in jeder Stadt unterschiedlich z.B. bei Spielplätzen, Freizeitangeboten.
Kinderrechte gelten zwar überall, sind aber längst nicht überall umgesetzt.
  4
Weltweite Zusammenhänge:

Welche weltweiten Zusammenhänge und Abhängigkeiten lassen sich aufzeigen?
  Migration (Stadt als Arbeitsort)
Waren aus aller Welt (Handelszentrum)
Stadt als Produzentin von CO2 → Klimawandel
Globalisierung Kommunikation/ Medien/ Werbung
Tourismus
  5
Lebenswelt der Lernenden:

Wie spiegeln sich globale Zusammenhänge im Alltag der Lernenden?
  Bezüge zur Welt zeigen sich:
beim Essensangebot (Restaurants, Take-Aways, Fastfood…),
bei der Herkunft der Bewohnerinnen (Name, Sprache),
über die Werbung/Medien (Mode, Spiele, Sport… →  weltweite Trends),
bei der Herkunft der Waren/Konsumgüter,
bei Städtereisen in andere Länder
und ganz allgemein über Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Alltag hier/dort.
  6
Konflikte und Interessenlagen:

Welche Konflikte resultieren aus den unterschiedlichen Interessenlagen der Akteure?
  Konkurrenz um günstige Wohnungen
Kampf um Arbeitsstellen
Konflikte um Nutzung öffentlicher Plätze/Parkanlagen
Generationenkonflikte (Lärm)
kulturell oder religiös bedingte Konflikte, Rassismus
Fussgänger/innen,  Autofahrer/innen
  7
Gegenwart und Vergangenheit:

Wie lassen sich aktuelle Ereignisse von weltweiter Bedeutung historisch erklären und deuten?
  die Entwicklung der Stadt (früher/heute)
die Stadt als Handelszentrum, Anziehung für Arbeitssuchende, Verkäufer/innen, Käufer/innen aus andern Ländern
Kinderleben früher/heute (Kinderarbeit, Schule…)
Herkunft der Eltern/Grosseltern (Biografie-Forschung)
  8
Mögliche, wahrscheinliche und wünschenswerte Entwicklungen:

Welche Entwicklungen sind möglich, wahrscheinlich und wünschenswert? Mit welchen Konsequenzen ist zu rechnen?
  zunehmende Landflucht, wachsende Städte, Verteuerung des Stadtlebens
politische Rechte für alle Bewohner/innen
kinderfreundliche Städte
Nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Konsum, Verkehr, Energie, Bauen, Wohnen
generationenübergreifendes Wohnen (statt Vereinsamung)
  9
Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft:

Welche Bedeutung haben globale Entwicklungen für die Lernenden in ihrer Lebenswelt? Haben die Lernenden Handlungsmöglichkeiten für die Gestaltung ihrer Zukunft? Welche? 
  Partizipation/Mitbestimmung (Kinderrechte) → z.B. Gestaltung eines Spielplatzes, Kindertreffs, einer Spielstrasse, der Schulhausumgebung
Littering (Umgang mit Abfall)
Klimawandel (Benutzung von Velo, öV, ökologischer Fussabdruck)
Umgang mit kultureller Vielfalt in der Klasse, im Quartier
  10

Exemplarische Anwendung der Wegleitung für die Primarstufe

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