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Kompetenzen – Themen
Mit «Globalem Lernen» werden Kompetenzen aufgebaut, die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen sollen, sich in einer globalisierten Welt zu orientieren und eigene Haltungen zu entwickeln. Lehrpersonen können aus Themenbereichen von globaler Bedeutung wie beispielsweise «Konsum»,  «Vielfalt von religiösen Leitbildern» oder «Mobilität und Stadtentwicklung» Themen für den Unterricht ableiten und aufbereiten, die für Kinder und Jugendliche bedeutungsvoll sind, da sie in ihrer Lebenswelt präsent sind.

Kompetenzen

Für Globales Lernen wurden im Laufe der Zeit verschiedene Zusammenstellungen von Kompetenzen (>) entwickelt. Das Forum «Schule für eine Welt» listete 1996 zehn Fähigkeiten – von der Fähigkeit zum Perspektivenwechsel bis zur Fähigkeit mit Anderen zu kooperieren – auf, die damals noch kaum im Zentrum von Bildungsarbeit gestanden haben (>). Heute werden in aktuellen Publikationen (>) Fähigkeiten wie strukturiertes und vernetztes Denken, kritisches Beurteilen oder die Fähigkeit zur Zusammenarbeit benannt, um neben den Fachkompetenzen die Bedeutung von allgemeinen Kompetenzen zu unterstreichen. Schülerinnen und Schüler sollen in der Schule lernen, was es heisst, sich selber Sorge zu tragen und gleichzeitig sozial verantwortlich zu handeln. Interessant ist, dass im Bereich der personalen Kompetenzen, also für den Umgang mit Wert- und Sinnfragen, der in allen Darstellungen von Globalem Lernen einen wichtigen Stellenwert einnimmt, ein hoher Über­schneidungsgrad mit Kompetenzen aus anderen überfachlichen Bildungs­bereichen wie Umwelt- oder Gesundheitsbildung festgestellt werden kann (>).

Auch für Bildung für Nachhaltige Entwicklung, wurden verschiedene Kompetenzmodelle erarbeitet. Eine Zusammenstellung von fünf Fähigkeitsbereichen findet sich in der Publikation «Handeln für die Zukunft» der beiden Stiftungen Bildung und Entwicklung und Umweltbildung Schweiz. Diese beziehen sich, wie andere Zusammenstellungen auch, auf die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD entwickelten drei Kategorien von Schlüssel­kompeten­zen, die für die persönliche und soziale Entwicklung von Menschen in modernen, komplexen Gesellschaften als wesentlich eingeschätzt werden:

  • Interaktive Anwendung von Medien und Mitteln (Tools)
  • Interagieren in heterogenen Gruppen
  • Eigenständiges Handeln

Globales Lernen ermöglicht den Schüler/innen, sich in einer globalisierten Welt zu orientieren und eigene Haltungen zu entwickeln. In der folgenden Auflistung sind innerhalb der Fähigkeitsbereiche einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung Kompetenzen (>) beschrieben, die spezifisch mit Globalem Lernen gefördert werden.

BNE   Kompetenzen, die mit Globalem Lernen gefördert werden
Denken in Zusammenhängen   Die Lernenden werden fähig, Informationen zu Fragen globaler Entwicklungen zu beschaffen und diese innerhalb eines Themas auf einander bezogen zu bearbeiten.
Kritisches Beurteilen   Die Lernenden werden fähig, eigene und ihnen fremde Wertorientierungen zu unterscheiden. Sie können ihre Bedeutung für die Lebensgestaltung erkennen und auf der Basis der Menschenrechte Position beziehen.
Voraus-schauendes Denken   Die Lernenden werden fähig, globale Zusammenhänge und deren Entwicklung zu analysieren und mit Hilfe des Leitbilds für eine Nachhaltige Entwicklung Zukunftsvisionen zu entwickeln
Kommunikation und Teamarbeit   Die Lernenden werden fähig, Kommunikations- und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen, die in sozio-kulturell gemischten Gruppen den Austausch und die Zusammenarbeit ermöglichen.
Handlungsspielräume   Die Lernenden werden fähig, die verschiedenen gesellschaftlichen Rollen (z.B. Mieter/in, Tourist/in), die sie einnehmen, zu unterscheiden und sie in einen globalen Zusammenhang zu stellen.

Themenbereiche –Themen

Kompetenzen stehen mit Themen in Beziehung, da jede Kompetenz als ein Zusammenspiel von Fähigkeiten, Wissen, Motivation, Haltungen und Emotionen verstanden wird (>). Themen sind für das Verständnis komplexer Strukturen und Prozesse wie auch für die Bildung eines moralischen Urteils unerlässlich. Sie stellen, von der Lehrperson didaktisch aufbereitet, den Bezug zu den Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler her und motivieren zum Bearbeiten und Lernen. Aus Themenbereichen, die von globaler Bedeutung sind, lassen sich konkrete Themen ableiten, die nach den Prinzipien des Globalen Lernens für den Unterricht erschlossen und aufbereitet werden können.

Themenbereiche von globaler Bedeutung

  • Vielfalt der Werthaltungen, Vielfalt der religiösen und ethischen Leitbilder
  • Warenproduktion, Handel, Konsum, Abfall und Recycling
  • Wirtschaft, Arbeit, Freizeit
  • Landwirtschaft und Ernährung
  • Armut
  • Gesundheit
  • Schule und Bildung
  • Natürliche Ressourcen, Energiegewinnung und Umweltveränderungen
  • Mobilität, Stadtentwicklung und Verkehr
  • Demografie, Migration, Integration
  • Soziale Sicherheit, Frieden
  • Demokratie,  Menschenrechte, Weltordnungspolitik

Die oben genannten Themenbereiche sind sehr allgemein gefasst und müssen für den Unterricht konkretisiert werden. Einen abschliessenden Kanon von Themen für den Unterricht zu definieren macht aber wenig Sinn, da die Auswahl endlos erscheint und die einzelnen Themen je nach Schulstufe und Aktualität unterschiedlich kombiniert und gewichtet werden können. Lehrpersonen stehen vor der Aufgabe, begründet auszuwählen und das Thema für den Unterricht auf Schülerinnen und Schüler abgestimmt zu gestalten. (>) Die Relevanz eines Themas misst sich an der Bedeutung, die ihm im öffentlichen Diskurs zugeschrieben wird, an seinem Lernpotential (d.h. ob es sich eignet, die gesteckten Lernziele zu erreichen) und an den Anschlussmöglichkeiten an vorangegangene Lernerfahrungen.

Inhalte für den Unterricht

Um die Komplexität der Themen zu reduzieren und den Inhalt des Unterrichts zu definieren, helfen die Schlüsselfragen, abgeleitet nach dem Ansatz von Susan Fountain (>). Sie erlauben der Lehrperson, Passendes in den Blick zu bekommen und Anderes bewusst wegzulassen. Der Inhalt des Unterrichts ist in diesem Verständnis nicht der fertige Stoff. Gerade wenn die Lehrperson das Thema zu einem Inhalt für den Unterricht bearbeitet, kommen dessen Bandbreite und in der Folge eine sinnvolle Auswahl in den Blick. Die Schüler/innen erhalten Aufgaben und Erfahrungsräume, die ihnen eine eigene Bearbeitung und Aneignung erlauben. Der Inhalt für den Unterricht wird also nicht ausschliesslich nach den oben erwähnten Schlüsselfragen vorbereitet, sondern gleichzeitig auch auf diejenigen der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten, da deren eigene Vorstellungen vom Thema das Lernen entscheidend mitbestimmen (>). Lernprozesse sind dann ergiebig, wenn das Verändern, Erweitern, Ausdifferenzieren und Verwerfen von Vorstellungen möglich gemacht wird – dann, wenn Schule und Lehrpersonen wollen, dass ihre Schülerinnen und Schüler etwas über sich und die Welt lernen.

Zeichenerklärung

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   verweist auf Anleitungsschritte

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