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Glossar
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Agenda 21

  1992, Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro: 182 Staaten bekunden mit der Verabschiedung der Agenda 21, einem Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, einer Nachhaltigen Entwicklung Folge leisten zu wollen. Seit 1999 ist das Ziel einer Nachhaltigen Entwicklung in der schweizerischen Bundesverfassung (Art. 2 und Art. 73) als eines der obersten Staatsziele verankert. Der Bundesrat hat eine «Strategie Nachhaltige Entwicklung» entwickelt und diese 2008 letztmals aktualisiert. In ihr werden die politischen Prioritäten und konkreten Massnahmen zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz zusammengefasst.
vgl. www.are.admin.ch

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

  1948 verabschiedete die UNO-Generalversammlung die «Allgemeine Erklärung der Menschenrechte». Mit ihr wurden die Menschenrechte erstmals zu einem internationalen Anliegen. Mit der Schaffung der Menschenrechtspakte, die 1966 und 1976 in Kraft traten, wurden die Menschenrechte völkerrechtlich verbindlich. Der UNO-Menschenrechtsrat ist zuständig für  die Verhütung von Menschenrechtsverletzungen und die Weiterentwicklung der Menschenrechtsarbeit der UNO.
vgl. www.humanrights.ch
Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)   Bildung trägt dazu bei, dass sich Lernende der Bedeutung und Wichtigkeit einer nachhaltigen Entwicklung bewusst werden und ihre Mitverantwortung zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und zur Wahrung der Menschenrechte erkennen.

Brainstorming

  Brainstorming ist eine Methode, um Ideen, Vorwissen und Assoziationen zu einem bestimmten Thema zu sammeln. Die Methode – allein oder in einer Gruppe – eignet sich sehr gut als Einstieg. Es kommt nicht darauf an, wie ausgereift und qualitativ hochwertig eine Idee ist, sondern dass in freier Gedankenäusserung möglichst viele Ideen zusammen kommen.
Entwicklungspädagogik   Entwicklungspädagogik bezieht sich auf die gesellschaftliche Entwicklung und auf Entwicklungschancen für Menschen weltweit. Sie fragt nach einer vernünftigen Lebensgestaltung und stellt zur Debatte, wie eine gemeinschaftliche Suche nach einem moralisch begründbaren Fortschrittskriterium aussehen könnte. Entwicklungspädagogik hat sich als Begriff nicht durchgesetzt, da er auch auf die physiologische und/oder psychische Entwicklung bezogen werden könnte.
vgl. Lang-Wojtasik 2003, S. 13 ff
Globalisierung   Unter Globalisierung versteht man den Prozess der zunehmenden internationalen Verflechtung in allen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Technik, Kommunikation etc.). Die Intensivierung der globalen Beziehungen geschieht auf der Ebene von Individuen, Gesellschaft, Institutionen und Staaten. Das weltweite Zusammenrücken von Märkten und Gesellschaften ist eine unumkehrbare Tatsache. Die damit einhergehende Liberalisierung und Deregulierung hingegen sind politische Prozesse und als solche gestaltbar. Im Prozess der Globalisierung können gegenläufige Tendenzen ausgemacht werden: einerseits wirken globale Prozesse vereinheitlichend, andererseits werden traditionelle Strukturen im lokalen Kontext nicht aufgegeben.
Themenbereiche – Themen – Inhalte   Aus Themenbereichen von globaler Bedeutung lassen sich konkrete Themen für den Unterricht ableiten. Ob ein Thema mehr oder weniger relevant ist, misst sich an der Bedeutung, die ihm im öffentlichen Diskurs zugeschrieben wird, am Lernpotential des Themas, d.h. ob es sich eignet, die gesteckten Lernziele zu erreichen und ob das Thema Anschlussmöglichkeiten an vorangegangene Lernerfahrungen bietet.
Inhalte sind konkrete Sachverhalte, die im Unterricht bearbeitet werden, sprich die Umsetzung von Themen. Durch die Bearbeitung im Unterricht wird das Lernpotential eines Themas genutzt und können Kompetenzen gezielt gefördert werden.

Kompetenz

  «Kompetenz ist die Fähigkeit, komplexe Anforderungen in einem bestimmten Kontext erfolgreich – im Sinne einer Problemlösung – zu erfüllen.» (Vgl. Rychen 2005) Individuelle Kompetenzen entwickeln sich langfristig und in der Auseinandersetzung mit Inhalten. Sie umfassen verschiedene Facetten wie Wissen, Verstehen, Können, Handeln, Erfahrung, Motivation. In den 1990er-Jahren fand im Bildungsbereich weltweit eine Umorientierung von Input- zu Outputmessungen statt. Festgelegt und getestet wird neu, was Schüler/innen zu einem bestimmten Zeitpunkt können sollen. In der Schweiz wurden im Rahmen vom Projekt HarmoS Kompetenzmodelle und Bildungsstandards für Sprache, Mathematik und die Naturwissenschaften erarbeitet. Von diesen Instrumenten erhofft man sich eine inhaltlich Harmonisierung und eine qualitative Verbesserung der Volksschule.

Lehrplan 21

  Die Erziehungsdirektorinnen und -direktoren der deutsch- und mehrsprachigen Kantone in der Schweiz wollen gemeinsam einen Lehrplan für die Volksschule erarbeiten. Bisher hatte fast jeder Kanton einen eigenen Lehrplan. Mit dem Lehrplan 21 wird die Zusammenarbeit auf alle Kantone, Fachbereiche und Schulstufen ausgeweitet.
vgl. www.lehrplan.ch
Lernziele / Feinziele   Ein Lernziel formuliert den Zuwachs an Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die der Lernende am Ende des Lernprozesses erworben haben soll. Lernziele werden in der Regel durch Lehrpersonen bestimmt und idealerweise mit den Lernenden gemeinsam ausgehandelt und/oder besprochen. Grobziele dienen der konkreten Planung des Unterrichts, und gelten für eine oder mehrere Lektionen. Feinziele konkretisieren die Grobziele. Sie sind präzise und eindeutig formuliert und sind als Lernergebnisse beobachtbar. Sie gelten für einzelne Lernphasen innerhalb einer Lektion oder für eine ganze Lektion.

Mind-Mapping

  Ein Mind-Map ist ein persönliches Werkzeug, das hilft die Gedanken zu einem Thema zu ordnen. Die Stichworte werden nicht wie üblich hinter- oder untereinander geschrieben. Das Hauptthema steht in der Mitte des Blattes, die Gedanken dazu werden als Schlüsselwörter auf Linien notiert, die vom Hauptthema ausgehen. Dadurch entsteht eine bildhafte Darstellung der laufend verfassten Gedanken, eine Art Gedankenkarte.
Nachhaltige Entwicklung   Nachhaltige Entwicklung ist eine Leitidee, die allen gesellschaftlichen Bereichen und damit auch der Schule als Orientierung dient. Ziel dieser politischen Deklaration ist es, dass die Grundbedürfnisse aller Menschen befriedigt werden können, heute und auch künftig. NE fordert die gleichzeitige Berücksichtigung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Dimensionen in Zeit und Raum. «Nur eine friedliche, freie und solidarische Gesellschaft ist in der Lage, die erworbenen wirtschaftlichen Güter und gesellschaftlichen Werte gerecht zu verteilen, sowie die Nutzung der natürlichen Ressourcen effizient und wirksam zu organisieren.»  
(Vgl. sorgen für morgen, S. 7)
Schlüsselkompetenzen der OECD  

In einem mehrjährigen, interdisziplinären Forschungsprogramm der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stand die Frage nach Kompetenzen, die für ein erfolgreiches Leben und eine auf Zukunft ausgerichtete demokratische Gesellschaft wichtig sind, im Zentrum. Es wurden drei Kategorien von Schlüsselkompetenzen definiert, die sich einem Individuum und der Gesellschaft stellen:
- Interaktive Anwendung von Medien und Mitteln (Tools)
- Interagieren in heterogenen Gruppen
- Eigenständiges Handeln

Diesen Kategorien wurden neun Schlüsselkompetenzen zugeordnet.
Vgl. www.deseco.admin.ch

Orientierungsrahmen Globale Entwicklung   Der deutsche Orientierungsrahmen Globale Entwicklung wurde 2007 gemeinsam von der Konferenz der Kultusminister (KMK) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) veröffentlicht. Er hat zum Ziel, den Lernbereich «Globale Entwicklung» fächerübergreifend zu verankern.
vgl. www.globaleslernen.de
Rahmenlehrplan für den allgemeinbildenden Unterricht in der beruflichen Grundbildung (ABU)  

Der seit Mai 2006 gültige Rahmenlehrplan ist ein Steuerungsinstrument für den allgemeinbildenden Unterricht an den Berufsfachschulen. Er orientiert über Ziele und Absichten des allgemeinbildenden Unterrichts und richtet sich an die Kantone, die Berufsfachschulen und die Lehrpersonen, welche auf seiner Grundlage Schullehrpläne entwickeln.

Schlüsselbegriffe nach S. Fountain   Susan Fountain plädiert in ihrem Ansatz (vgl. Fountain 1996), Themen unter bestimmten Schlüsselbegriffen zu betrachten. Sie nennt diese Schlüsselbegriffe «fünf globale Lernfelder»: Wechselseitige Abhängigkeit, Bilder und Wahrnehmungen, soziale Gerechtigkeit, Konflikte und Konfliktlösungen, Wandel und Zukunft.
Soziale Gerechtigkeit   Globales Lernen stellt nicht nur die räumliche Dimension von Nachhaltiger Entwicklung in den Mittelpunkt, sondern ebenso die soziale Gerechtigkeit, womit eine gerechte Verteilung von Grundgütern gemeint ist. Angesprochen sind diejenigen materiellen und immateriellen Güter – Rechte, Freiheiten/Chancen, Einkommen/Vermögen – auf die jeder Mensch angewiesen ist, um gut und sicher leben zu können. Von massgeblicher Bedeutung bei der Frage nach sozialer Gerechtigkeit sind die Gleichheit (im Menschsein) und die Gleichberechtigung aller Menschen als nicht verhandelbares Gut. Das Einverständnis mit diesem Grundsatz ist allgemein gross. Wird hingegen differenziert, regt sich der Widerspruch. Gleiches Recht für alle vor dem Gesetz stösst auf die breiteste Anerkennung. Hingegen finden um die Chancengleichheit (zum Beispiel in der Schule) und um das Prinzip des gleichen Einkommens laufend gesellschaftliche Aushandlungen statt.
Spinnennetz / Spiderweb   Ist ein Instrument zur Planung und/oder Reflexion, beispielsweise einer Lektionsreihe, das die Verteilung und den Abdeckungsgrad verschiedener Aspekte in einer Grafik erfasst.
Wissensnetz   Ein Wissensnetz (auch semantisches Netz) ist ein formales Modell von Begriffen und ihren Beziehungen.
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