Gemeinsam gegen Rassismus
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Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung widersprechen den Menschenrechten und den Rechten des Kindes sowie den Grundsätzen der Teilhabe. Eine kritische Haltung gegenüber Rassismus einzunehmen ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Dimension der nachhaltigen Entwicklung, um jedem Menschen ein Leben in Würde zu gewährleisten. Die Schule ist ein bevorzugter Ort der Sozialisierung, um Kritik am Rassismus zu entdecken, zu erwerben und zu leben.
Dieses Themendossier bietet eine Vielzahl von Vorschlägen und Ressourcen, um die komplexen Wechselwirkungen in Situationen von rassistischer Diskriminierung besser zu verstehen und eine aktive und kritische Auseinandersetzung mit Rassismus zu führen. Ziel ist es, in der Schule ein offenes und respektvolles Umfeld zu schaffen.
- BNE
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BNE-Relevanz
Wir befinden uns in einem historisch gewachsenen rassistischen System, worin das Erbe des Kolonialismus immer noch nachwirkt. Ungleichheiten, Praktiken und Stereotypen (vereinfachende, verallgemeinernde und ungerechtfertigte Vorurteile), die auf rassistischen Einstellungen und Handlungen basieren, werden oft nicht in Frage gestellt, sondern als «normal» angesehen und häufig sind wir uns gar nicht bewusst, dass wir Vorurteile haben oder rassistisch handeln. Wir ahnen nicht einmal, welche Auswirkungen manche unserer Worte oder Gesten haben können. Dieser Eindruck von «Normalität» wird etwa durch die sozialen Medien noch verstärkt, die in ihrer Darstellung von bestimmten sozialen Gruppen ebenfalls rassistische Vorurteile reproduzieren können.
Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung widersprechen den Grundsätzen der Gerechtigkeit, der Teilhabe, und somit der Nachhaltigkeit, d. h. einer ökologisch tragbaren, wirtschaftlich effizienten und sozial gerechten Entwicklung. Hier kommt insbesondere die soziale Nachhaltigkeit ins Spiel. Sie basiert auf drei normativen Prinzipien:
1) das Recht auf ein menschenwürdiges Leben für alle,
2) die intergenerationelle, intragenerationelle und damit auch globale Gerechtigkeit sowie die
3) Partizipation aller gesellschaftlicher Akteursgruppen.Die Agenda 2030 der UNO umfasst 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die bis 2030 erreicht werden sollen. Relevant für Rassismus sind folgende Ziele:
• SDG 4 – Hochwertige Bildung trägt zur Verbesserung der Lebensbedingungen aller Menschen bei. Bis im Jahr 2030 sollen alle Personen einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung erhalten. Beim Unterziel 4.7 wird ein starker BNE-Bezug sichtbar. So sei sicherzustellen, « […], dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch BNE […]». Die Prävention und Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung im Bildungs- und Schulkontext wird implizit angesprochen.
• SDG 5 – Geschlechtergleichstellung beinhaltet die Forderung nach Gleichberechtigung. Obschon dieses Ziel nicht in Bezug auf «Rasse» und weitere Merkmale ausgeweitet wird, lässt sich bei Gleichstellung und chancengerechte Umsetzung von Rechtsvorschriften und die Anpassung von Werten und Haltungen gegenüber Benachteiligten ansetzen: Dies soll auch im rassismuskritischen Diskurs stattfinden.
• SDG 10 – Ungleichheiten verringern bezieht sich auf die Möglichkeiten gesellschaftlicher Gruppen, sich am sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben zu beteiligen. Bis 2030 soll jeder Staat die politische, wirtschaftliche und soziale Inklusion fördern – unabhängig von Status, Alter, Geschlecht, Beeinträchtigung, Rasse, Ethnizität, Herkunft, Religion usw. In einigen internationalen Unterzielen werden Rassismus und Diskriminierung ausdrücklich erwähnt.
• SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen verweist auf die Diskriminierung und ungleiche Behandlung und bezieht sich auf die Förderung von inklusiven und friedlichen Gesellschaften als Basis, auf der nachhaltige Entwicklung aufbauen kann.
Bildung ist ein Schlüsselelement, um die SDGs zu erreichen und eine nachhaltigere Gesellschaft zu schaffen. Die hier genannten Ziele sind nicht nur wichtig, um Rassismus und Diskriminierung als gesellschaftliche Herausforderung anzugehen, sondern sie sollen auch den gesamten Schulalltag prägen. Denn Rassismus existiert auch in der Schule. Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und andere Bildungsakteurinnen und -akteure machen dort konkrete Erfahrungen mit Rassismus. Schulen müssen jedoch Orte sein, an denen Diskriminierung abgelehnt und Chancengleichheit gefördert wird. Darüber hinaus sollte der Umgang mit Rassismus ein integraler Bestandteil aller Fächer sein. Kritisch zu betrachtende Themen, Wertefragen und globale Zusammenhänge müssen im Unterricht behandelt werden, um Vorurteile zu bekämpfen und den Wert der Vielfalt aufzuzeigen.BNE vermittelt und stärkt überfachliche Kompetenzen wie kritisches Denken, Reflexionsfähigkeit, Empathie, Verantwortungsübernahme, Verständnis für komplexe Zusammenhänge und Partizipation. Diese bilden die Grundlage für eine kritische Haltung gegenüber Rassismus und ermöglichen die Annäherung an die Vision einer «rassismusfreien Schule». Eine «rassismusfreiere Schule» entsteht Schritt für Schritt. Dieser Weg ist dann erfolgreich, wenn alle Akteurinnen und Akteure (Schulleitung, Lehrkräfte, Hausdienst, administratives Schulpersonal, Schülerinnen und Schüler, Eltern und schulnahe Institutionen) sich aktiv einbringen, offen über Ergebnisse reflektieren und gemeinsam eine Kultur pflegen, die Vielfalt anerkennt und Diskriminierung klar anspricht und ablehnt. Dank BNE beteiligen sich die Schülerinnen und Schüler an diesem Prozess und an dieser individuellen und kollektiven Verantwortung.
- 1. Zyklus
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Im ersten Zyklus werden die Schülerinnen und Schüler stufengerecht an das Verständnis von Rassismus und Rassismuskritik herangeführt. Eine zentrale Grundlage bildet dabei die Identitätsbildung: Die Kinder lernen, sich als Person mit vielfältigen Merkmalen zu beschreiben und im Vergleich mit anderen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen und zu benennen (NMG 1.1). Dies geschieht unter anderem in philosophischen Gesprächen, in denen grundlegende Fragen wie «Warum sind wir nicht alle gleich?» oder «Warum sind wir alle gleichwertig?» gemeinsam reflektiert werden (NMG 11.2).
Auf vielfältige Weise lernen die Schülerinnen und Schüler zudem unterschiedliche Alltagswelten kennen und üben den offenen, respektvollen Umgang mit Unbekanntem, etwa durch den bewussten Einsatz wertschätzender Sprache (NMG 7.1).
Da Rassismus eng mit Machtverhältnissen verknüpft ist, werden die Schülerinnen und Schüler bereits früh an ein grundlegendes Verständnis von «Macht» herangeführt. Dies geschieht beispielsweise, indem sie lernen, verantwortungsvoll mit Einfluss und Entscheidungsspielräumen umzugehen (NMG 10.4) und indem sie anhand von Alltagssituationen oder Geschichten über Schritte zu mehr Gerechtigkeit ins Gespräch kommen (NMG 11.4). Im Klassenverband werden zudem Erfahrungen gelingenden Zusammenlebens ausgetauscht und partizipativ gemeinsame Lösungen für Konflikte erarbeitet (NMG 10.1).
Umsetzung von BNE-Fragen im Unterricht
BNE-Fragen geben Lehrpersonen eine inhaltliche Orientierungshilfe, um den Fokus im komplexen, gesellschaftsrelevanten Thema zu behalten und ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, sich mit Fragen der nachhaltigen Entwicklung im Kontext von «Rassismus» auseinander zu setzen.
Weitere BNE-Fragen
- Stell dir vor, manche Kinder dürfen auf dem Spielplatz nicht mitspielen, weil sie eine andere Hautfarbe haben als die Gruppe: Ist das fair?
- Wie kann man fair handeln?
- Was können wir als Klasse unternehmen, damit sich niemand ausgeschlossen fühlt?
- Stell dir vor, ein Kind möchte nicht mehr in die Schule kommen, weil es in der letzten Pause gehänselt wurde: Andere Kinder fanden, es habe ein “komisches Znüni” dabei. Was können wir als Klasse tun, wenn wir so eine Situation beobachten?
- Stell dir vor, ich habe heute gesehen, wie einige Kinder meine Mutter ausgelacht haben, weil sie ein Kopftuch trägt. Das hat mich sehr traurig und wütend gemacht. Was kann ich jetzt tun?
- Stell dir vor, in eure Klasse kommt eine neue Schülerin. Ihr Name klingt für euch ungewohnt. In der grossen Pause seht ihr, wie andere Kinder sie deswegen hänseln. Was wünscht ihr euch von der Pausenaufsicht, was sie in dieser Situation unternehmen sollte?
- Stell dir vor, andere Kinder aus deiner Klasse fassen dir immer wieder ungefragt in die Haare. Das ist dir unangenehm. Was kannst du in einer solchen Situation tun?
- Was macht uns Menschen schön?
Film
Zibilla (Animationsfilm, 26 Min.)
Der Film erzählt von Zibilla, einem Zebramädchen unter Pferden, das wegen seiner Andersartigkeit gehänselt wird und lernt, Selbstvertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt zu entwickeln.Lernmedien
Wer tanzt schon gern allein? (Bilderbuch)
Die 25 Geschichten, Gedichte und Bilder zu Situationen aus dem Zusammenleben von Menschen sind vielfältig im Unterricht einsetzbar. Die meist offenen Enden fördern eine eigene Urteilsbildung.Steck mal in meiner Haut (Bilderbuch)
Das Bilderbuch thematisiert alltagsnah, wie Sprache verletzen und diskriminieren kann und beschreibt verschiedene Perspektiven von Rassismus. Die Kinder werden zum Reflektieren von Normen und Werten angeleitet.Quer (Bilderbuch)
Hypsi, die Fledermaus, kann nur auf dem Rücken fliegen und wird deswegen ausgelacht und ausgeschlossen. Die Bildergeschichte regt dazu an, mit Kindern über Normen, Unterschiede und Machtverhältnisse nachzudenken.
Was WÜRDEst du tun? (Bilderbuch)
Schon in kleinen, heiklen Alltagssituationen kann die Würde deines Menschen missachtet oder verletzt werden. Das Buch sensibilisiert für einen würdevolle Umgang miteinander.
Wertschätzung (er)leben mit dem Bilderbuch «Die hässlichen Fünf» (Bilderbuch und Projektheft)
Das Bilderbuch und das Projektheft regen an, sich spielerisch mit Wahrnehmung, Wertvorstellung, Norm und Gruppendynamik zu beschäftigen. Dabei werden Empathievermögen, Perspektivenwechsel und Akzeptanz gegenüber dem Anderen geübt.Praxisbeispiele
Refugees Welcome
In der Projektwoche der Primarschule Gönhard zum Thema Flüchtlinge lernten die Schülerinnen und Schüler der 2.-4. Klasse verschiedene Menschen kennen, die ihre Heimat verlassen mussten. Die Idee dahinter: In der direkten Begegnung Vorurteile und Ängste abbauen.Rassismusprävention für eine nachhaltige Schulkultur
Die Schule Wylergut zeigt, wie kollektives Engagement und eine spezialisierte Schlüsselperson konkretes Handeln gegen Rassismus ermöglichen.
Schulleitung, Lehrpersonen und Schüler/innen tragen gemeinsam dazu bei, eine inklusive und rassismuskritische Schulkultur nachhaltig zu verankern.
Wir dürfen Gefühle haben!
Wie wird die kulturelle Vielfalt in einer Schule proaktiv gestärkt? Welche Instrumente helfen zur Vorbeugung von Diskriminierung und rassistischem Verhalten an der Schule? Die Primarschule Zuoz stiess auf der Suche zur Beantwortung dieser Fragen auf das Programm «Denk-Wege» der Universität Zürich.
Ausserschulische Angebote
GIRAFFENLAND - ein interkulturelles Musiktheater (visch und fogel theater unterwegs)
Hautnah erleben die Kinder in diesem Workshop, was es heisst, in einem anderen Land nicht dazu zu gehören oder nicht als Individuum wahrgenommen zu werden.Kinder- und Jugendradio in der Schule (Stiftung Kinderdorf Pestalozzi)
Der Radiobus ermöglicht Schüler/innen, eigene Radiosendungen zu planen, zu produzieren und zu senden. Dabei setzen sie sich mit Themen wie Ausgrenzung und Diskriminierung auseinander und reflektieren Medien kritisch.
- 2. Zyklus
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Im zweiten Zyklus erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen und ihre Kompetenzen rund um Rassismus und Rassismuskritik alters- und stufengerecht. Eine zentrale Grundlage bildet dabei die Identitätsbildung: Die Kinder lernen, eigene und fremde Fähigkeiten zu erkunden, sich selbst zu beschreiben und Unterschiede wertschätzend wahrzunehmen (NMG 1.1).
Ergänzend setzen sie sich mit rassistischen Stereotypen und Klischees (rassistische Stereotypen entstehen oft aufgrund von äusseren Merkmalen, religiösen Symbolen, Herkunft oder Sprache) auseinander, wie sie im (Schul-)Alltag und in den Medien vorkommen und entwickeln ein vertieftes Bewusstsein für deren Wirkung (NMG 1.6). Zudem erkunden sie, was Herkunft und Zugehörigkeit für unterschiedliche Menschen bedeuten und wie vielfältig Lebensrealitäten sein können (NMG 7.1).
Da Rassismus eng mit Machtverhältnissen verknüpft ist, werden die Schülerinnen und Schüler schrittweise an ein grundlegendes Verständnis von «Macht» herangeführt. Dies geschieht beispielsweise, indem sie anhand rassistischem und kolonialem Erbe im öffentlichen Raum die Verteilung von Macht untersuchen und reflektieren (NMG 10.4) sowie anhand von Alltagssituationen oder Geschichten über Schritte zu mehr Gerechtigkeit ins Gespräch kommen (NMG 11.4). Rassismusprävention bedeutet dabei nicht zuletzt, Mitverantwortung für das Wohlergehen aller zu übernehmen und sich für ein respektvolles, solidarisches Miteinander einzusetzen (NMG 10.1).
Umsetzung von BNE-Fragen im Unterricht
BNE-Fragen geben Lehrpersonen eine inhaltliche Orientierungshilfe, um den Fokus im komplexen, gesellschaftsrelevanten Thema zu behalten und ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, sich mit Fragen der nachhaltigen Entwicklung im Kontext von «Rassismus» auseinander zu setzen.
Weitere BNE-Fragen
- Stell dir vor, in der grossen Pause siehst du beim Fussballspiel, wie ein Kind ein anderes wegen seiner Hautfarbe beschimpft. Was würdest du dir von der Pausenaufsicht wünschen, wie sie in so einer Situation reagieren sollte?
- Welche Regeln brauchen wir an unsere Schule, damit alle eine friedliche Pause erleben?
- Stell dir vor, deine Klasse organisiert ein Abschlussessen am Ende des Schuljahres. Jede und jeder bringt etwas mit. Ein Kind schreibt im Klassenchat deiner Freundin, sie solle nur Wasser mitbringen, weil ihr Essen immer so «stinkt». Welche Regeln braucht wir im Klassenchat, damit niemand diskriminiert wird?
- Kinderbuchanalyse: Wie sollten Bilderbücher gestaltet sein, damit die Vielfalt von Menschen sichtbar und erlebbar wird?
- Wie sieht unsere «rassismuskritische» Bibliothek aus?
- Stell dir vor, auf dem Spielplatz sagt ein Kind: «Nur Kinder mit blauen Augen dürfen mitspielen, alle anderen müssen gehen!» Wie gehen wir mit Ungerechtigkeiten wegen äusseren Merkmalen um?
- Was brauchen wir, damit wir uns eingebunden fühlen in der Klasse oder in der Schule?
- Stell dir vor, bald ist Sporttag, und du hörst, wie ein Kind zu einem anderen sagt: «Du gewinnst sowieso im 60m-Lauf! Du bist Schwarz, stark und schnell!» Wie können wir mit Stereotypen in unserem Alltag umgehen?
- Stell dir vor, ich habe heute gesehen, wie einige Kinder meine Mutter ausgelacht haben, weil sie ein Kopftuch trägt. Das hat mich sehr traurig und wütend gemacht. Was kann ich jetzt tun?
- Stell dir vor: Auf dem Schulweg verteilt ein Kind Gummibärchen. Ein muslimisches Kind darf wegen der Gelatine keine Gummibärchen essen und fühlt sich ausgeschlossen. Wie können wir Rücksicht aufeinander nehmen, wenn Menschen unterschiedliche Lebensweisen haben?
Film
Zibilla (Animationsfilm, 26 Min.)
Der Film erzählt von Zibilla, einem Zebramädchen unter Pferden, das wegen seiner Andersartigkeit gehänselt wird und lernt, Selbstvertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt zu entwickeln.
Lernmedien
Jenische, Sinti, Roma (Buch und PDF)
Persönliche Erzähltexte sensibilisieren für die Bezeichnungen Jenische, Sinti und Roma. Das Lehrmittel regt zum kritischen Nachdenken über eigene Normen und Werte an und leistet somit einen Beitrag zur Rassismusprävention.Steck mal in meiner Haut (Bilderbuch)
Das Bilderbuch thematisiert alltagsnah, wie Sprache verletzen und diskriminieren kann und beschreibt verschiedene Perspektiven von Rassismus. Die Kinder werden zum Reflektieren von Normen und Werten angeleitet.ToleranzON (App)
Die Lernenden erhalten einen App-Zugang, der sie anonym und selbsterklärend durch die Themen Rassismus, Diskriminierung und Hate Speech führt. Der Leitfaden für Lehrpersonen biete stufenorientierte Umsetzungsvorschläge.
Mit Grundschulkindern über Diskriminierung und Rassismus sprechen (Heft)
Unterschiede wertschätzen, Stereotype hinterfragen, Ungerechtigkeiten ansprechen, bewusst mit Sprache umgehen: Das Lehrmittel greift Aspekte auf, die für ein friedliches, solidarisches Zusammenleben wichtig sind.
Wer tanzt schon gern allein? (Buch)
Das Bilderbuch bietet 25 Geschichten und Gedichte zu Situationen aus dem Zusammenleben von Menschen. Die meist offenen Enden fördern eine eigene Urteilsbildung und ermöglichen vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.Verfolgt und vertrieben (Heft)
Im Lehrmittel beschäftigen sich die Schüler/innen mit Kinder-Biographien aus dem 2. Weltkrieg und lernen dabei, Perspektiven zu wechseln, ihre Werte zu hinterfragen und Empathie für die heutigen Flüchtlinge zu entwickeln.Tommy Mütze (Buch)
Das Buch erzählt vom Integrationsprozess eines Viertklässlers in eine neue Klasse in Südafrika. Die vergnügliche und spannungsvolle Geschichte ist ein engagiertes Plädoyer für Vielfalt und Akzeptanz.Crossroads (Buch)
Kinder und Jugendliche stehen oft im Dilemma zwischen ihrer Herkunftskultur und den hiesigen gesellschaftlichen Ansprüchen. Die vorgeschlagenen Methoden unterstützen sie dabei, allfällige Konflikte gewaltfrei zu lösen.Praxisbeispiele
Rassismusprävention für eine nachhaltige Schulkultur
Die Schule Wylergut zeigt, wie kollektives Engagement und eine spezialisierte Schlüsselperson konkretes Handeln gegen Rassismus ermöglichen.
Schulleitung, Lehrpersonen und Schüler/innen tragen gemeinsam dazu bei, eine inklusive und rassismuskritische Schulkultur nachhaltig zu verankern.Wir dürfen Gefühle haben!
Wie wird die kulturelle Vielfalt in einer Schule proaktiv gestärkt? Welche Instrumente helfen zur Vorbeugung von Diskriminierung und rassistischem Verhalten an der Schule? Die Primarschule Zuoz stiess auf der Suche zur Beantwortung dieser Fragen auf das Programm «Denk-Wege» der Universität Zürich.Ausserschulische Angebote
Schau hin! Rassismus und Zivilcourage (gggfon Bern)
Wie kann bei einer erlebten Ungerechtigkeit reagiert werden? Was für Optionen gibt es? In diesem Workshop lernen die Schüler/innen, Situationen richtig einzuschätzen und angemessen zu handeln.
GIRAFFENLAND - ein interkulturelles Musiktheater (visch und fogel theater unterwegs)
Hautnah erleben die Kinder in diesem Workshop, was es heisst, in einem anderen Land nicht dazu zu gehören oder nicht als Individuum wahrgenommen zu werden.Dialogue en Route (IRAS COTIS)
Die Schüler/innen erkunden die religiöse Vielfalt der Schweiz. Sie besuchen Gemeinschaften, lernen Perspektiven kennen, stärken Dialog- und Urteilskompetenzen und fördern Offenheit, Respekt und Zusammenleben.
Kinder- und Jugendradio in der Schule (Stiftung Kinderdorf Pestalozzi)
Der Radiobus ermöglicht Schüler/innen, eigene Radiosendungen zu planen, zu produzieren und zu senden. Dabei setzen sie sich mit Themen wie Ausgrenzung und Diskriminierung auseinander und reflektieren Medien kritisch.
Themenprojekte – soziales Miteinander fördern (Stiftung Kinderdorf Pestalozzi)
In diesen Workshops untersuchen Schüler/innen Themen wie Diskriminierung, Mobbing und Rassismus. Sie diskutieren über kulturelle Unterschiede und Zusammenhalt, um ein respektvolles Zusammenleben zu stärken.
- 3. Zyklus
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Im dritten Zyklus setzen sich die Schülerinnen und Schüler vertieft mit Rassismus und Diskriminierung auseinander und erkennen, dass entsprechende Handlungen gegen die Menschen- und Kinderrechte verstossen. Sie informieren sich über ihre Rechte, lernen, diese einzufordern, und engagieren sich für gegenseitigen Respekt in der Schulgemeinschaft als zentralen Schritt hin zu einer «rassismusfreieren Schule» (RZG 8.2).
In weiteren Unterrichtssequenzen analysieren die Schülerinnen und Schüler Faktoren, die Diskriminierung und Rassismus begünstigen, in Bezug auf ihre Ursachen und diskutieren den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit «unterschiedlichen sozialen Gruppen» (ERG 5.5). Dabei reflektieren sie ihr eigenes Verhalten kritisch (ERG 5.2) und lernen, Benachteiligungen und Diskriminierungen im Alltag sowie im gesellschaftlichen Umfeld zu erkennen und entsprechende Regeln und Handlungsoptionen zu diskutieren (ERG 2.2).
Partizipativ werden gemeinsame, inklusive Normen und Werte ausgehandeltg (ERG 2.1), um die Gemeinschaft aktiv mitzugestalten und demokratische Prozesse einzuüben (ERG 5.4). Ein friedliches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft muss gelernt und kontinuierlich geübt werden, dabei kommt der Schule eine zentrale Rolle zu (ERG 5.6).Umsetzung von BNE-Fragen im Unterricht
BNE-Fragen geben Lehrpersonen eine inhaltliche Orientierungshilfe, um den Fokus im komplexen, gesellschaftsrelevanten Thema zu behalten und ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, sich mit Fragen der nachhaltigen Entwicklung im Kontext von «Rassismus» auseinander zu setzen.
Weitere BNE-Fragen
- Wie sieht unsere «rassismuskritische» Bibliothek aus?
- Stell dir vor, ein Jugendlicher beobachtet, wie andere aus der zweiten Sitzreihe Papierkügelchen in seine Haare werfen. Sie finden es lustig, weil sich die Kügelchen in den dichten Haaren verfangen. Was kann man tun, wenn man Situationen erlebt, in welcher man belästigt wird, und Grenzen überschritten werden?
- Klassenchat: Wie gehen wir mit Hassreden um?
- Sollten Statuen und Denkmäler von Persönlichkeiten, die mit dem Kolonialismus in Verbindung stehen, aus dem öffentlichen Raum entfernt werden?
- Wie gehen wir damit um, dass Rassismus und Diskriminierung den Menschen- und Kinderrechten widersprechen?
- Wie würden unsere Social-Media-Posts ohne Stereotypen aussehen?
- Was macht Menschen schön? Welche Schönheitsmerkmale tragen zur Diskriminierung bei?
- Welche Regeln braucht es, um rassistische Inhalte in sozialen Medien zu minimieren?
- Wie kann man seine persönliche Identität entwickeln, ohne dabei andere auszuschliessen?
- Wie sieht unsere «rassismuskritische» Schule aus?
- Was bedeutet es, Verantwortung zu übernehmen, um gegen Rassismus in der Schweiz vorzugehen?
- Wie wollen wir unsere kulturelle Vielfalt in der Klasse als Chance nutzen?
- Wie entwickeln wir eine rassismuskritische Haltung?
Film
Kopfstoff (Dokumentarfilm, 31 Min.)
«Kopfstoff» ist ein Film über vier kopftuchtragende Frauen, die trotz gewissen Vorurteilen und Diskriminierungen bei der Arbeit ein Kopftuch tragen und offen über positive und negative Reaktionen darauf sprechen.
Rassismus in der Schweiz (Dokumentarfilm, 33 Min.)
Der Tod von George Floyd löste 2020 weltweite Rassismusdebatten aus, auch in der Schweiz. Moderatorin Angelique Beldner reflektiert darauf ihre Biografie und Identität neu.Nicht französisch genug (Kurzfilm, 21 Min.)
Seyna ist in Frankreich als Kind von kamerunischen Eltern geboren. Sie möchte die französische Staatsbürgerschaft. Beim Versuch, das für den Pass nötige Passfoto zu machen, fällt Seyna wegen ihren Haaren jedoch sprichwörtlich aus dem Rahmen.Lernmedien
ToleranzON (App)
Die Lernenden erhalten einen App-Zugang, der sie anonym und selbsterklärend durch die Themen Rassismus, Diskriminierung und Hate Speech führt. Der Leitfaden für Lehrpersonen biete stufenorientierte Umsetzungsvorschläge.Kopfschubladen (Buch)
Im Umklappbuch lassen sich die oberen und unteren Hälften beliebig kombinieren. So entstehen stereotype Aussagen, teils witzig, teils provokant. Es regt auf unterhaltsame Weise zur Reflexion über Vorurteile an.
Antisemitismus im Alltag (PDF)
Antisemitismus ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Das Lehrmittel bietet wertvolle Informationen, um das Thema sorgfältig in den Unterricht einzubetten, sowie Tipps zur Vor- und Nachbereitung.Gesicht zeigen – aber wie? (Heft)
In dem Heft werden verschiedene Situationen von Rassismus und Diskriminierung analysiert, Reaktionsmöglichkeiten diskutiert und verschiedene Trainingsmethoden zur Förderung von Zivilcourage vorgestellt.Das Buch vom Antirassismus (Buch)
Das Buch stellt die Konzepte Rassismus, Ethnie und soziale Identität vor und erklärt, mit welchen Massnahmen Rassismus gestoppt werden kann. Die einzelnen Kapitel und Übungen können direkt im Unterricht verwendet werden.Crossroads (Buch)
Kinder und Jugendliche stehen oft im Dilemma zwischen ihrer Herkunftskultur und den hiesigen gesellschaftlichen Ansprüchen. Die vorgeschlagenen Methoden unterstützen sie dabei, allfällige Konflikte gewaltfrei zu lösen.Der Blick des Anderen (Kurzfilm mit Begleitdossier)
Der von Schüler/innen realisierte Kurzfilm zeigt die Auswirkungen diskriminierenden Verhaltens auf das Wohlbefinden. Das Begleitdossier liefert theoretische Hintergründe zu Rassismus und konkrete Anregungen für den Unterricht.Ich und «das Andere» (PDF)
Die Jugendlichen setzen sich spielerisch mit Fragen von Normalität und Anderssein auseinander und werden dazu angeregt, sich mit anderen Lebensweisen, Religionen oder sexuellen Orientierungen zu befassen.Bewusst wie - Rassismus überwinden (Website, PDF)
Mit Stories, Videos, Grafiken, Arbeitsblättern und Aufgaben werden den Jugendlichen verschiedene Ausprägungen von Alltagsrassismus nähergebracht mit dem Ziel, ein faires Miteinander zu fördern.Standhalten (Website, PDF)
Das umfassende Wissens- und Arbeitspaket zum Thema Rassismus enthält neben grundlegenden Überlegungen zu einer rassismuskritischen Didaktik Filmmaterial und Unterrichtsvorschläge für verschiedene Fächer.
Praxisbeispiele
Ich und das Andere
Im Kunstvermittlungsprojekt haben zwei Klassen der Sekundarschule Münchenbuchsee zusammen mit drei Kunstschaffenden (Fotografie, Klangkunst, Kunstvermittlung) während eines Quartals die eigenen Vorstellungen von Normalität und Andersartigkeit ausgelotet.Ausserschulische Angebote
Schau hin! Rassismus und Zivilcourage (gggfon Bern)
Wie kann bei einer erlebten Ungerechtigkeit reagiert werden? Was für Optionen gibt es? In diesem Workshop lernen die Schüler/innen, Situationen richtig einzuschätzen und angemessen zu handeln.Holocaust - Nachkommen erzählen (Stiftung Erziehung zur Toleranz)
In diesem Workshop wird am Beispiel von Einzelschicksalen deutlich, welche erschütternden Folgen antisemitische Vorurteile, Verschwörungsfantasien sowie Diskriminierung und Vertreibung haben können.Vom Vorurteil zur Ausgrenzung (Amnesty International Schweizer Sektion)
Die Schüler/innen reflektieren eigene Vorurteile, entwickeln Empathie für Betroffene, erarbeiten Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierung und erkennen den Bezug zu den Menschenrechten.Dialogue en Route (IRAS COTIS)
Die Schüler/innen erkunden die religiöse Vielfalt der Schweiz. Sie besuchen Gemeinschaften, lernen Perspektiven kennen, stärken Dialog- und Urteilskompetenzen und fördern Offenheit, Respekt und Zusammenleben.Kinder- und Jugendradio in der Schule (Stiftung Kinderdorf Pestalozzi)
Der Radiobus ermöglicht Schüler/innen, eigene Radiosendungen zu planen, zu produzieren und zu senden. Dabei setzen sie sich mit Themen wie Ausgrenzung und Diskriminierung auseinander und reflektieren Medien kritisch.Themenprojekte – soziales Miteinander fördern (Stiftung Kinderdorf Pestalozzi)
In diesen Workshops untersuchen Schüler/innen Themen wie Diskriminierung, Mobbing und Rassismus. Sie diskutieren über kulturelle Unterschiede und Zusammenhalt, um ein respektvolles Zusammenleben zu stärken.
BuchBesuch «Wer die Nachtigall stört...» (Baobab Books)
Ausgehend von der Graphic Novel «Wer die Nachtigall stört…» nach dem gleichnamigen Roman von Harper Lee werden in diesem Workshop gesellschaftliche Muster und Verhaltensweisen aufgezeigt. - Sek II
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In der Sekundarstufe II können rassistische Machtverhältnisse anhand der Geschichte von sozialen Entwicklungen, Gemeinschaften, Politik, Bewegungen und Einzelpersonen thematisiert werden. Dabei werden Praktiken der Inklusion, Exklusion, Entrechtung, des Widerstands und der Emanzipation sowie die Wahrnehmung der Gemeinschaften von sich selbst und wie sie von anderen wahrgenommen werden, analysiert. Für das Verständnis der Herrschaftsverhältnisse, die mit Rassismus einhergehen, sind soziologische Konzepte wie Status, Sozialisation, Zugehörigkeit, Ungleichheiten, Normen und Werte von zentraler Bedeutung.
Die Ausbildungszeit ist zudem eine Phase, in der junge Menschen ihre Persönlichkeit entwickeln und ihre Zukunft in der Gesellschaft gestalten können. Sie erkunden unterschiedliche Lebensstile und erkennen, dass alle Menschen – unabhängig davon, ob sie rassifiziert werden oder nicht – komplexe Identitäten und vielfältige Zugehörigkeiten besitzen, die jeden Einzelnen einzigartig machen.
Um Rassismus wirksam zu begegnen, ist es entscheidend, seine Mechanismen, wie Ungleichheiten, Stereotypen und diskriminierende Praktiken und Einstellungen, die teilweise unbewusst wirken, zu erkennen und kritisch zu reflektieren. Dabei gilt es gemeinsam anzuerkennen, dass Rassismus spürbare Auswirkungen auf rassifizierte Menschen hat (z.B. Gesundheitsprobleme, Auswirkungen auf das Einkommen, eingeschränkter Zugang zu bestimmten Rechten usw.) und ein Hindernis für ein respektvolles Zusammenleben und die Würde aller Menschen darstellt.
Die Akteure und Akteurinnen im Bildungswesen unterstützen die Jugendlichen darin, partizipativ gemeinsame und inklusive Werte und Normen auszuhandeln. Das kontinuierliche Üben eines friedlichen Zusammenlebens in einer pluralistischen Gesellschaft bildet einen zentralen Schritt hin zu einer Schule und Gesellschaft mit weniger Rassismus.
Umsetzung von BNE-Fragen im Unterricht
BNE-Fragen geben Lehrpersonen eine inhaltliche Orientierungshilfe, um den Fokus im komplexen, gesellschaftsrelevanten Thema zu behalten und ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, sich mit Fragen der Nachhaltigen Entwicklung im im Kontext von «Rassismus» auseinander zu setzen.
Weitere BNE-Fragen
- Klassenchat: Wie gehen wir mit Hassreden um?
- Sollten Statuen und Denkmäler von Persönlichkeiten, die mit dem Kolonialismus in Verbindung stehen, aus dem öffentlichen Raum entfernt werden?
- Wie sieht unsere «rassismuskritische» Schule aus?
- Wie gehen wir damit um, dass Rassismus und Diskriminierung den Menschen- und Kinderrechten widersprechen?
- Wie würden unsere Social-Media-Posts ohne Stereotypen aussehen?
- Wie können soziale Medien genutzt werden, um gegen Rassismus vorzugehen?
- Welche Regeln braucht es, um rassistische Inhalte in sozialen Medien zu minimieren?
- Wie kann man seine persönliche Identität entwickeln, ohne dabei andere auszuschliessen?
- Was bedeutet es, Verantwortung zu übernehmen, um Rassismus in der Schweiz zu bekämpfen?
- Wie können uns Persönlichkeiten (wie zum Beispiel Malala, Martin Luther King usw.) im aktiven Vorgehen gegen Rassismus unterstützen?
- Wie entwickeln wir eine rassismuskritische Haltung?
- Welchen Umgang wollen wir mit «kultureller Aneignung» (z.B. Döner Kebab, Musik, Modetrends usw.) pflegen?
- Stell dir vor: Auf dem Schulweg wird ein jüdischer Jugendliche mit Nazi-Parolen beschimpft. Wie gehen wir in unserer Klasse mit Antisemitismus um?
- Stell dir vor: Jemand steckt mitten im Bewerbungsprozess für seine Lehrstellensuche. Bei jedem Bewerbungsgespräch wurde diese Person wegen ihres Aussehens und ihrem Namen auf ihre Herkunft befragt, obwohl sie in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist. Das nervt die Person gewaltig! Was müsste sich ändern, damit alle die gleichen Chancen auf eine Lehrstelle haben?
Film
Kopfstoff (Dokumentarfilm, 31 Min.)
«Kopfstoff» ist ein Film über vier kopftuchtragende Frauen, die trotz gewissen Vorurteilen und Diskriminierungen bei der Arbeit ein Kopftuch tragen und offen über positive und negative Reaktionen darauf sprechen.
Rassismus in der Schweiz (Dokumentarfilm, 33 Min.)
Der Tod von George Floyd löste 2020 weltweite Rassismusdebatten aus, auch in der Schweiz. Moderatorin Angelique Beldner reflektiert darauf ihre Biografie und Identität neu.Nicht französisch genug (Kurzfilm, 21 Min.)
Seyna ist in Frankreich als Kind von kamerunischen Eltern geboren. Sie möchte die französische Staatsbürgerschaft. Beim Versuch, das für den Pass nötige Passfoto zu machen, fällt Seyna wegen ihren Haaren jedoch sprichwörtlich aus dem Rahmen.Lernmedien
Moderne Sklaverei? (PDF)
Die Schüler/innen setzen sich mittels vielfältiger Aufgaben, Materialien und Methoden mit der Frage auseinander, inwiefern die Arbeitsverhältnisse vieler Menschen an moderne Sklaverei erinnern.Antisemitismus im Alltag (PDF)
Antisemitismus ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Das Lehrmittel bietet wertvolle Informationen, um das Thema sorgfältig in den Unterricht einzubetten, sowie Tipps zur Vor- und Nachbereitung.Standhalten (PDF)
Das umfassende Wissens- und Arbeitspaket zum Thema Rassismus enthält neben grundlegenden Überlegungen zu einer rassismuskritischen Didaktik Filmmaterial und Unterrichtsvorschläge für verschiedene Fächer.Mit kolonialen Grüssen (Broschüre)
Die Broschüre liefert eine verständliche Einführung zu Kolonialismus, Rassismus und der Wirkungsmacht von Bildern und Sprache. Die Unterrichtsanregungen helfen, Stereotype und koloniale Sichtweisen zu erkennen.
Gesicht zeigen – aber wie? (Heft)
In dem Heft werden verschiedene Situationen von Rassismus und Diskriminierung analysiert, Reaktionsmöglichkeiten diskutiert und verschiedene Trainingsmethoden zur Förderung von Zivilcourage vorgestellt.Verknüpfungen (Heft)
Das didaktisch fundierte und methodisch vielfältige Lehrmittel mit zusätzlichem Online-Material ermöglicht die Auseinandersetzung mit historischen und strukturellen Schnittmengen von Antisemitismus und Rassismus.Antisemitismus und Rassismus (Buch, PDF)
Die Lernenden beschäftigen sich mittels Recherchen, Diskussionen und Rollenspielen mit Antisemitismus und Rassismus. Mit der Dilemma-Methode wird die Wertereflexion und das Bewusstsein für die Betroffenenperspektive gefördert.Das Buch vom Antirassismus (Buch)
Das Buch stellt die Konzepte Rassismus, Ethnie und soziale Identität vor und erklärt, mit welchen Massnahmen Rassismus gestoppt werden kann. Die einzelnen Kapitel und Übungen können direkt im Unterricht verwendet werden.
ToleranzON (App)
Die Lernenden erhalten einen App-Zugang, der sie anonym und selbsterklärend durch die Themen Rassismus, Diskriminierung und Hate Speech führt. Der Leitfaden für Lehrpersonen biete stufenorientierte Umsetzungsvorschläge.
Extremismus im Internet (PDF)
Die Handreichung fördert einen kritischen Medienkonsum, insbesondere im Hinblick auf extremistische Propaganda im Internet, Hassrede, Verschwörungstheorien, radikale Ideologien sowie Fake News.
Bookmarks – Bekämpfung von Hate Speech im Internet durch Menschenrechtsbildung (PDF)
Hassreden im Internet nehmen zu. Das Lernmedium beleuchtet das Verständnis und den Umgang damit sowohl im Online- als auch im Offline-Bereich und schlägt eine Brücke zu den Menschenrechten.
Bewusst wie - Rassismus überwinden (Website, PDF)
Mit Stories, Videos, Grafiken, Arbeitsblättern und Aufgaben werden den Jugendlichen verschiedene Ausprägungen von Alltagsrassismus nähergebracht mit dem Ziel, ein faires Miteinander zu fördern.
Praxisbeispiele
Zurzeit haben wir für diese Stufe keine Praxisbeispiele.
Ausserschulische Angebote
Schau hin! Rassismus und Zivilcourage (gggfon Bern)
Wie kann bei einer erlebten Ungerechtigkeit reagiert werden? Was für Optionen gibt es? In diesem Workshop lernen die Schüler/innen, Situationen richtig einzuschätzen und angemessen zu handeln.Holocaust - Nachkommen erzählen (Stiftung Erziehung zur Toleranz)
In diesem Workshop wird am Beispiel von Einzelschicksalen deutlich, welche erschütternden Folgen antisemitische Vorurteile, Verschwörungsfantasien sowie Diskriminierung und Vertreibung haben können.
Vom Vorurteil zur Ausgrenzung (Amnesty International Schweizer Sektion)
Die Schüler/innen reflektieren eigene Vorurteile, entwickeln Empathie für Betroffene, erarbeiten Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierung und erkennen den Bezug zu den Menschenrechten.
Dialogue en Route (IRAS COTIS)
Die Schüler/innen erkunden die religiöse Vielfalt der Schweiz. Sie besuchen Gemeinschaften, lernen Perspektiven kennen, stärken Dialog- und Urteilskompetenzen und fördern Offenheit, Respekt und Zusammenleben.
Kinder- und Jugendradio in der Schule (Stiftung Kinderdorf Pestalozzi)
Der Radiobus ermöglicht Schüler/innen, eigene Radiosendungen zu planen, zu produzieren und zu senden. Dabei setzen sie sich mit Themen wie Ausgrenzung und Diskriminierung auseinander und reflektieren Medien kritisch.
Themenprojekte – soziales Miteinander fördern (Stiftung Kinderdorf Pestalozzi)
In diesen Workshops untersuchen Schüler/innen Themen wie Diskriminierung, Mobbing und Rassismus. Sie diskutieren über kulturelle Unterschiede und Zusammenhalt, um ein respektvolles Zusammenleben zu stärken.
BuchBesuch «Wer die Nachtigall stört...» (Baobab Books)
Ausgehend von der Graphic Novel «Wer die Nachtigall stört…» nach dem gleichnamigen Roman von Harper Lee werden in diesem Workshop gesellschaftliche Muster und Verhaltensweisen aufgezeigt.
Bezüge zum Lehrplan
Berufliche Grundbildung: Rahmenlehrplan ABU (PDF; 102 KB)
Lernbereich Gesellschaft: Aspekte Ethik, Identität und Sozialisation, Kultur, Politik.
Lernbereich Sprache und Kommunikation; interdisziplinäre Aspekte: Geschichte, Gender, Nachhaltigkeit.Berufsmaturität (BM): Rahmenlehrplan für die BM (PDF; 2,82 MB)
Schwerpunktbereich: Sozialwissenschaften.
Ergänzungsbereich: Geschichte und Politik.
Maturitätsschulen: EDK-Rahmenlehrplan (PDF; 2,46 MB)
Fächer: Geschichte, Deutsch.
Transdisziplinäre Kompetenzfelder: Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit; Soziales-Ethisches-Politisches; Kommunikation-Kultur-ÄsthetikFachmittelschule (FMS): Rahmenlehrplan für FMS (PDF; 429 KB)
Zweiter Lernbereich: Informatik.
Dritter Lernbereich: Geistes- und Sozialwissenschaften. - Schule
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Unsere «rassismusfreiere» Schule
In der Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen spielt die Schule als Lernort eine zentrale Rolle. Schulen und Lehrpersonen können dazu beitragen, die Vision eines «rassismusfreien Raumes» zu gestalten und Lernenden eine antirassistische Haltung auf ihren Lebensweg mitzugeben. Rassismusprävention und -kritik sind demnach Aufgaben der gesamten Schulgemeinschaft, die deren Strukturen und Beziehungen nachhaltig prägen.
Eine rassismuskritische und wertschätzende Schulkultur ist zentral und soll kontinuierlich reflektiert und weiterentwickelt werden. Dazu gehören die aktive Prävention von Rassismus und Diskriminierung sowie die gezielte Stärkung von Demokratie, Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Ebenso wichtig ist es, alle am Schulalltag beteiligten Personen für die unterschiedlichen Formen von Rassismus zu sensibilisieren.Der gesamtinstitutionelle Ansatz – auch Whole School Approach (WSA) genannt – unterstützt bei der Umsetzung auf dem Weg zu einer «rassismusfreieren Schule». Er beinhaltet konkrete Vorschläge für die folgenden miteinander verbundenen Ebenen: Vision & Leadership BNE, Curriculum, Lernprozesse und Lernumfeld, Weiterbildung, Bildungsgemeinschaft & institutionelle Praktiken.
Diese Elemente tragen dazu bei, ein respektvolles und rassismuskritisches Schulklima zu schaffen, welches das Lernen und Wohlbefinden aller fördert.
Mit dem Whole School Approach Demokratie leben: So funktionierts!
BNE-Fragen auf Schulebene
- Was wollen wir tun, um gemeinsam Rassismus und Diskriminierung an unserer Schule vorzubeugen?
- Was brauchen wir, um Rassismus an unserer Schule aktiv zu bekämpfen?
- Was müssen wir konkret an unserer Schule verändern oder erreichen, um Rassismus zu überwinden?
- Was kann jede und jeder Einzelne von uns tun, um mit strukturellem Rassismus umzugehen?
- Welchen Umgang mit sozialen Medien pflegen wir an unsere Schule, um Rassismus zu vermeiden?
- Wie fördern wir gemeinsam einen respektvolleren Umgang miteinander?
- Wie erarbeiten wir gemeinsam eine rassismuskritische Haltung?
- Wie sieht unsere «rassismusfreiere Schule» aus?
- Wie unterstützen wir Schülerinnen und Schüler in einem Identitätsfindungsprozess, welcher Inklusion und Diversität hochhält und schätzt?
- Wie wollen wir die kulturelle Vielfalt an unsere Schule als Chance nutzen?
Instrumente für die Schulentwicklung
Qualitätskriterien für eine gesunde und nachhaltige Schule
Die Qualitätskriterien unterstützen Schulteams bei der Durchführung einer themenspezifischen Bedarfserhebung und der Entwicklung von Massnahmen für die Schulentwicklung. Wir empfehlen, bei der erstmaligen Anwendung des Instruments mit dem Basismodul zu beginnen. Für eine Vertiefung knüpfen folgende Kapitel an das Themenfeld Rassismus an: A Handlungsprinzipien, B Organisation, C4 Diversität, C5 Gender & Gleichstellung, C7 Demokratie & Menschenrechte, D2-4 & 6 Psychologische Gesundheit, Bewegung & Entspannung, Gewaltprävention.Impulse zur Standortbestimmung – Unsere Geschichte (PDF; 8,5 MB)
«Unsere Geschichte» bietet anhand verschiedener Alltagssituationen Vorschläge, wie BNE in Schulen verankert werden kann. Kurze szenische Einführungen dienen als Ausgangspunkt für Diskussionen unter den Mitgliedern der Schulgemeinschaft. Gemeinsam suchen und besprechen sie anschliessend Möglichkeiten, wie Zusammenleben, kulturelle Vielfalt, Diversität oder Partizipation im Sinne der Rassismusprävention im Unterricht konkret thematisiert und gelebt werden können (Seiten 6, 8, & 11).
Lernmedien
Unterrichten kontroverser Themen (PDF)
Die Handreichung, gerichtet an Lehrpersonen und Schulleitungen, unterstützt und fördert das Unterrichten anspruchsvoller kontroverser Themen (z.B. religiöser Extremismus, Gewalt gegen Frauen, usw.).
No to Racism (Buch)
Das Buch erklärt in einem ersten Teil verschiedene Konzepte von Rassismus. Im zweiten Teil werden das Schweizer Bildungssystem kritisch beleuchtet und Anregungen für eine rassismuskritische Schulkultur gegeben.
Anti-Rassismus für Lehrkräfte (Buch)
Das Buch bietet Lehrpersonen, die sich mit Rassismus auseinandersetzen und einen antirassistischen Unterricht umsetzen wollen, Hintergrundwissen, Übungen, Reflexionsfragen und Werkzeuge für den Unterricht.
Lehrerhandbuch zur Prävention von gewalttätigem Extremismus (Heft)
Die UNESCO-Publikation ist nicht didaktisiert, enthält jedoch Projektideen, vertiefende Aktivitäten für die Nachbesprechung und Tipps zur Vorbereitung von Unterrichtsgesprächen.Praxisbeispiele
Rassismusprävention für eine nachhaltige Schulkultur
Die Schule Wylergut zeigt, wie kollektives Engagement und eine spezialisierte Schlüsselperson konkretes Handeln gegen Rassismus ermöglichen.
Schulleitung, Lehrpersonen und Schüler/innen tragen gemeinsam dazu bei, eine inklusive und rassismuskritische Schulkultur nachhaltig zu verankern.
- Hintergrundwissen
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Das Hintergrundwissen ist auch als Download verfügbar.
1. Was versteht man unter Rassismus?
2. Wie verbreitet ist Rassismus in der Schweiz und was sind die rechtlichen
Rahmenbedingungen?
3. Was hat Rassismus mit Identität und «Kultur» zu tun?
4. Wie zeigt sich Rassismus im Schulkontext?
5. Wie können wir die Vision einer «rassismusfreien Schule» verankern?
6. Wie können wir als Lehrperson unsere Haltung und unser Handeln
rassismuskritisch reflektieren?
7. Weitere Angebote
Aktualisiert am 12.05.2026



















































